13.08.2026
Meschede, 13.08.26 – Anlässlich des 85. Jahrestages der ersten Euthanasie-Predigt von Clemens August Kardinal von Galen am 3. August 1941 erinnern deutsche Lebensschutzorganisationen mit dem „von Galen“-Projekt an das mutige öffentliche Bekenntnis zum Menschenrecht auf Leben des damaligen Bischofs von Münster.
Im Jahr 1941 begannen die Nationalsozialisten im Rahmen der „Aktion T-4“ damit, zehntausendfach kranke und behinderte Menschen aus psychiatrischen Einrichtungen zu deportieren und andernorts zu töten. Die Familien der Opfer wurden über das Schicksal ihrer Angehörigen belogen: für den plötzlichen Tod gaben die Behörden natürliche Todesursachen an.
Clemens August von Galen, damals Bischof von Münster, wurde auf diese massenhafte verdeckte Tötung aufmerksam. Unter Einsatz seines eigenen Lebens klagte er die Nationalsozialisten in mehreren Predigten öffentlich des Mordes an. Diese „Euthanasie-Predigten“ führten zur vorübergehenden Einstellung der Aktion T-4 und sind bis heute eindrucksvolles Zeichen kirchlichen Mutes und kompromisslosen Eintretens für die Würde und das Lebensrecht aller Menschen.
Das „von Galen“-Projekt präsentiert die Euthanasie-Predigten auf seiner Website (www.vongalenprojekt.de) und holt auf diese Weise die Stimme und die Botschaft des „Löwen von Münster“ in die Gegenwart. Das Projekt unterstützt Geistliche und Laien dabei, in zeitgenössischen bio-ethischen Fragestellungen klar Position zu beziehen und in der Öffentlichkeit für die Würde des Menschen und das Recht auf Leben einzustehen.
Im Rahmen des Projekts werden Geistliche eingeladen, in Kurzinterviews den Wert der Euthanasie-Predigten und der Person von Galens herauszustellen. Eine Tagung am 31. Oktober 2026 in Münster widmet sich ebenfalls der Bedeutung seines Lebens und seines Wirkens. Das „von Galen“-Projekt wird von der Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA e.V.), der ALfA-Stiftung „Lebensrecht für Alle“ und der STIFTUNG JA ZUM LEBEN getragen.
Die STIFTUNG JA ZUM LEBEN wurde 1988 von Johanna Gräfin von Westphalen, einer Großnichte von Clemens August Kardinal von Galen, gegründet. Die Stiftung arbeitet gemeinnützig und setzt sich für den Schutz ungeborener Menschen und die Förderung des Familiengedankens in der Gesellschaft ein. Sie tut dies u.a. durch die Unterstützung professioneller Schwangerenberatungsstellen, Bildungsinitiativen zum Lebensrecht ungeborener Menschen und konkrete materielle und finanzielle Nothilfen für Frauen und Familien.